Neophyten sind eingewanderte Arten, die früher bei uns nicht heimisch waren. Manche sind in der Natur sehr problematisch, weil sie sehr anpassungsfähig sind, sich sehr stark ausbreiten und angestammte Arten dominant verdrängen. Dazu gehören u .A. die bei uns häufig anzutreffenden, hier beschriebenen Pflanzen Kirschlorbeer, einjähriges Berufkraut und japanischer Staudenknöterich. Melden Sie bitte Fundstellen bei Ihrer Gemeinde! Danke für Ihre Unterstützung!
Kirschlorbeer

Hände weg vom Kirschlorbeer ! Doch er steht bei uns schon in vielen Gärten und Grünanlagen als Hecke oder Sichtschutz. Er wird nach wie vor gerne in Gartenmärkten und Baumschulen angeboten und sogar empfohlen, ohne auf die problematischen Eigenschaften hinzuweisen, denn er ist immergrün und pflegeleicht mit dekorativen weißen Blüten.
Das Problem:
Der Kirschlorbeer ist ein Neophyt aus Kleinasien und breitet sich insbesondere in Wäldern sehr stark aus, wobei er heimische Pflanzen verdrängt. Er liefert unseren heimischen Tieren weder Nahrung noch Lebensraum und ist auch noch giftig. Beim Schneiden setzt er ätzende Stoffe frei und verrottet schlecht. So gehört er auch nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll oder zum Wertstoffhof.
Als Heckenpflanzungen empfehlen wir heimische, ökologisch wertvolle Alternativen wie Weißdorn, Schlehe, Liguster, Hainbuche, Hartriegel oder Berberitze.
Einjähriges Berufkraut alias Einjähriger Feinstrahl

Das Problem:
Der Einjährige Feinstrahl ist ein invasiver Eindringling mit hohem Ausbreitungspotenzial, er verdrängt dabei heimische Pflanzenarten, so kann man ihn z.B. in Unterbiberg massenhaft auf den noch freien Wiesen finden. Daher ist es wichtig, eine Ausbreitung zu verhindern.
Wie erkenne ich den Einjährigen Feinstrahl?
Er wird zwischen 30 Zentimeter und über einen Meter hoch, der Stängel ist oben meist verzweigt. Seine hellgrünen Blätter sind beidseitig behaart, im unteren Bereich grob und stumpf gezahnt. Die weißen Blüten ähneln denen von Gänseblümchen, sind bis zu einem Zentimeter lang und etwa einen Millimeter breit. Sie treten von Juni bis Oktober auf.
Die bis zu 50.000 Samen je Pflanze werden leicht mit dem Wind verbreitet.Bevorzugt gedeiht die anpassungsfähige Pflanze an Wegrändern, in Wiesen oder Brachen.
Verwechslungsgefahr besteht im blütenlosen Zustand vor allem mit Margeriten, während der Blüte mit Kamillenarten.
Wie kann ich diese Pflanze bekämpfen?
Folgende Maßnahmen helfen, seine Ausbreitung einzudämmen:
- Ziehen Sie den Feinstrahl mit der Hand aus dem Boden. Achten Sie dabei darauf, dass möglichst auch die Wurzeln mit entfernt werden.
- Aufgrund eines großen Samenreservoirs im Boden sollte ein Nachwachsen regelmäßig kontrolliert und neue Triebe entfernt werden.
- Bei großen Beständen ist das Minimalziel, zumindest eine Samenausbreitung durch Mähen zu verhindern. Allerdings entwickelt sich der Feinstrahl dann meist zu einer mehrjährigen und reichblühenden Pflanze.
- Wenn Blüten oder Samen bereits ausgebildet sind, dann entsorgen Sie die Pflanzen bitte in der Restmülltonne, aber nicht über die Biotonne! Dadurch verhindern Sie eine weitere Verbreitung.
- Wichtig ist eine Entsorgung direkt nach dem Ausreißen, denn die Blüten entwickeln auch entwurzelt noch Samen.
Für uns alle lassen sich sicherlich bspw. auf dem Arbeitsweg oder der Spazierrunde ein paar Feinstrahle zum Ausreißen finden. Danke für Ihre Unterstützung!
Japanischer Stauden-Knöterich

Das Problem:
Auch der Japanische Stauden-Knöterich ist ein invasiver Eindringling und verdrängt heimische Pflanzenarten durch schnelle Ausbreitung, starke Wurzeln und dichte Bestände.
An Gebäuden kann sein Wurzelstock zu Rissen im Mauerwerk oder Fundament führen. Auch Asphalt durchwuchert er. Es ist daher wichtig, diesen Knöterich zu bekämpfen. Hierzu sind Maßnahmen wie mechanische Entfernung notwendig, die kontinuierlich angewendet und wiederholt werden müssen.
Wie erkenne ich den Japanischen Knöterich?
Er hat schnell wachsende, bis zu 3 Meter hohe kräftige, hohle, gelblich-grüne rotgefleckte Stängel und einen dichten Wuchs. Die Blätter sind etwa 20 Zentimeter lang, 12 Zentimeter breit, weich und leicht ledrig. Sie haben einen kurzen Stiel und einen glatten Rand.Die weißen Blütenstände werden rund 10 Zentimeter lang und erscheinen ab August.
Die Pflanze gedeiht auf nahezu allen Böden, bevorzugt jedoch am Rand von Gewässern.
Wie kann ich diese Pflanze bekämpfen?
Folgende Maßnahmen helfen, seine Ausbreitung einzudämmen:
- Ziehen Sie den Knöterich mit der Hand aus dem Boden. Am besten nachdem es geregnet hat, dann ist der Boden locker und die Pflanze kann leichter samt Wurzelwerk entfernt werden. Graben den Schädling einschließlich des Wurzelstocks (Rhizom) aus. Selbst kleine Wurzelstücke können zu neuem Wachstum führen. Mähen reicht meist nicht aus, um den Japanischen Knöterich langfristig zu bekämpfen, bei großen Beständen ist schweres Gerät zu empfehlen.
- Abdeckung: Dunkeln Sie befallene Stellen großflächig über mehrere Wochen hinweg ab, sodass kein Licht mehr auf den Boden gelangt. Die Pflanzen sterben dann ab.
- Entsorgen Sie die abgestorbenen Pflanzen in der Restmülltonne, aber nicht über die Biotonne! Dadurch verhindern Sie eine weitere Verbreitung. Auch Stängelteile können wurzeln!
- Regelmäßige Kontrolle: Überwachen Sie vormals bewucherte Stellen auf nachwachsende Knöterich-Pflanzen. Entfernen Sie diese umgehend.
Texte: Ralf Kleinschroth, Brigitte Natzke
